mardi 20 octobre 2015

Flanby geht in Taipedistan shoppen
Zubiss Nr. 154

Übersetzt von Milena Rampoldi, Tlaxcala
Flanby* landet diesen Donnerstag, in Begleitung von 70 Chefs der größten kapitalistischen Gruppen Frankreichs, in Athen, um von den großen Herbst-Winterschlussverkäufen des größten Lagers von Firmenübergaben Europas, TAIPEDISTAN GmSbH (Gesellschaft mit SEHR beschränkter Haftung), zu profitieren. Das ist nun aus dem Land geworden, das mal Griechenland hieß.
Es zahlt sich aus, TAIPED kennenzulernen. TAIPED ist die Abkürzung von Ταμείο Αξιοποίησης Ιδιωτικής Περιουσίας του Δημοσίου (Tameio Axiopoieses Idiotikes Periousias tou Demosiou), im Englischen Hellenic Republic Asset Development Fund, auch Vermögensentwicklungsfond der hellenischen Republik genannt. Eine sehr komische "Entwicklung". In der Tat handelt es sich um das griechische Liquidationsbüro, das 2011 ins Leben gerufen wurde, um alles  zu verschleudern, was nur geht. Es handelt sich hierbei um eine private Körperschaft. Sie hat eine Liste von all dem, was in Griechenland verkauft werden kann, erstellt, von den Stränden und Inseln, über die öffentlichen Energie- und Transportunternehmen, bis hin zu den von Natur 2000 kategorisierten Grünflächen. Und das alles wird für nichts und wieder nichts verkauft. Die Deutschen haben sich auch dran gemacht, und so auch die Investoren aus China und dem Katar. Die Franzosen dürfen auch nicht hinterherhinken, wenn sie gute Geschäfte machen wollen und die Tragikomödie rund um Air France-KLM vergessen wollen.

In der Tat werden all diese Kaufoperationen den Käufern gar nichts kosten, da sie das ausgegebene Geld durch die Rückzahlungen der griechischen Schulden an die französischen, deutschen, usw. Banken, die durch diese Veräußerungen möglich werden, erhalten. Sie haben es richtig verstanden: die europäischen Banken haben Griechenland Geld geliehen, damit die Unternehmen, die von diesen Bank kontrolliert werden, Milliarden sehr notwendiger Sachen (Waffen, die U-Bahn von Athen, Olympiacity) erwerben können. Um diese Schulden zu erstatten, zieht sich Griechenland vollständig aus und verkauft alles, was auch nur verkauft werden kann, auch wenn dies rechtlich, logisch und moralisch gar nicht verkauft werden darf. Kurzum geht es darum, eine verabscheuungswürdige, illegale und illegitime Schuld zurückzuzahlen, indem man illegale, illegitime und verabscheuungswürdige Veräußerungen durchführt.
Schlussfolgerung? Es lebe die griechische radikale Linke! Und es lebe die sozialkonservativliberale Internationale!


PS: Gab es denn eine Alternative für Griechenland? Natürlich. Gucken Sie sich mal meinen Plan Z an: 
Griechenland hat einen Schuldenberg von ungefähr 300 Milliarden Euro. Deutschland schuldet Griechenland mindestens die Hälfte, d.h. 150 Milliarden, wenn man alle Schaden zusammenzählt, die die deutsche Besatzung Griechenland zufügte:
-100.000 Tote infolge der Hungersnot,
-50.000 Kriegsgefangene,
-20.000 Zwangsarbeiter,
-48.500 Juden, die von Saloniki nach Auschwitz deportiert wurden (und denen die Reichsbahn, die Vorgängerin der Bundesbahn, ihre Fahrkarten zum Tode zahlen ließ, und dabei die zahlende Deportierung erfand),
-6.000 Massaker von Zivilisten.
-Ohne den Diebstahl des Goldes und der Devisen der griechischen Nationalbank, der als „Darlehen“ (mit einer Pistole an die Schläfe des Direktors) bezeichnet wurde, zu vergessen.
Deutschland und Griechenland hätten sich somit einigen können, um die Schuld komplett zu tilgen: ich schulde dir nichts mehr und du mir nichts mehr. Dann blieben nur noch wenige Milliarden, über die man sich noch einigen könnte. Griechenland könnte das Urheberrecht aller seiner historischen Stätten, von der Akropolis, Salamis und Marathon bis zum Berg Athos an die NR (Neureichen) des Planeten verkaufen. Ich meine die chinesischen Genossen, die im Geld schwimmen. Für 100 Milliarden könnten die Chinesen auf Wunschmaß alle Stätten nachmachen und sie dem chinesischen, indischen und brasilianischen Tourismus eröffnen. Da hätten wir es! Ist er nicht schön, mein Plan Z?
AeK, Baumschulgärtner für X-, Y- und Z- Pläne

Anmerkung
*Flanby (aus dem Englischen „flabby“, schwabbelig) ist ein französisches Warenzeichen eines industriellen Karamellpuddings, der von Lactalis Nestlé vermarktet wird. Im 2003 hat Arnaud Montebourg diesen Vergleich ausgesprochen, der in den Gängen der Assemblée Nationale seine Berühmtheit beibehalten hat: „Hollande ist Flanby“. Das Dessert ist wegen seiner schwabbeligen Beschaffenheit bekannt, da es immer wieder seine ursprüngliche Form annimmt, auch wenn es in alle Richtungen geschüttelt wird. Persönlich bevorzuge ich für den ektoplasmischen Automaten des Élysée-Palastes den Übernamen Gouda (mit der Aussprache „Khouda“), den Namen des berühmten niederländischen Käses mit der rosarot-roten Rinde und dem pipigelben Inneren.

Euch allen trotz allem eine gute Woche!
Die Geistesstärke sei mit euch!
…und bis zum nächsten Mal!
Anmerkung der griechischen Übersetzerin, Christine Cooreman
Über den Plan Z: 
Ich bin mir der humoristischen „Note“ des oben erwähnten Plans Z sehr wohl bewusst. Aber ich möchte trotzdem darauf hinweisen, dass der Schuldenausgleich für mich wie auch für viele andere Griechen undenkbar als Lösung der griechischen Krise ist! Denn der Ausgleich zwischen der abscheuungswürdien und illegalen Schuld (die Griechenland unter anderem durch die Memoranden auferlegt wurde…) mit der Schuld Deutschlands gegenüber Griechenland, die eine schwere moralische Last mit sich bringt, wäre eine wahre Beleidigung all derer, die unter der deutschen Besatzung gelitten und ihr Leben verloren haben.

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